Bekannt Unbekannt – Südböhmische Architektur des 20. Jahrhunderts
Státní hrad Nové Hrady, Nové Hrady
Eintritt dle tarifu hradu
Eine fotografisch aufwendige Dokumentationsausstellung, vorbereitet von Experten des Nationalen Denkmalamtes, der territorialen Fachstelle in České Budějovice, ist vom 1. April bis 31. Oktober 2026 auf Schloss Nové Hrady zu sehen. Neunzehn Ausstellungstafeln präsentieren moderne Bauten Südböhmens, unterteilt in dreizehn thematische Gruppen – darunter sowohl öffentliche Gebäude und Wohnhäuser in Stadtzentren als auch Industrie- und Wirtschaftsbauten in Ortsrandlagen. Die Texte werden durch zeitgenössische und historische Fotografien der Objekte, Archivpläne und Skizzen ergänzt. Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung der Architektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts, als revolutionäre technologische Innovationen und neue Gedankenrichtungen aufkamen – neue Bauten sollten vor allem zweckmäßig und funktional sein, wobei Materialien wie Stahl, Glas und Stahlbeton verstärkt zum Einsatz kamen. Die Architektur der Ersten Republik gilt aus entwicklungsgeschichtlicher Perspektive als außergewöhnlich hochwertig, und ihre Bedeutung wird nicht nur im Kontext Südböhmens, sondern auch im Rahmen der gesamtrepublikanischen und weltweiten Architekturproduktion präsentiert. Separate Abschnitte sind prominenten südböhmischen Architekten gewidmet: Karel Chochola ist eine der markantesten Persönlichkeiten der südböhmischen Zwischenkriegszeit (Entwerfer des Kaufhauses Brouk a Babka in Českobudějovice, heute Kulturdenkmal); František Průša, Mitglied des Sokol, ist Autor zahlreicher Sokol-Hallen in verschiedenen Regionen der Tschechoslowakei; Antonín Mečíř wirkte hauptsächlich in Jindřichův Hradec als Stadtarchitekt und war als Freund und Unterstützer von Ema Destinnová bekannt. Ziel der Autoren ist es, auf die Werte der modernen Architektur hinzuweisen, die nicht so selbstverständlich wahrgenommen wird wie historische Bauten und stärker von Abriss und Vernachlässigung bedroht ist.