Geschichte der Gewalt
Švandovo Divadlo, Prag
Geschichte der Gewalt ist eine Theateradaption des autobiografischen Romans des französischen Schriftstellers Édouard Louis, der im Dezember 2012 von einem Mann vergewaltigt und fast ermordet wurde, den er auf dem Heimweg von einer Weihnachtsfeier traf und zu sich nach Hause einlud. Um mit einer posttraumatischen Belastungsstörung umzugehen, wandte er sich in seinen Memoiren der Vergangenheit zu. Die Hauptfigur Eddie (Oskar Hes) berichtet Ärzten, Polizisten und seinen Angehörigen von den Umständen des traumatischen Ereignisses – doch jeder von ihnen betrachtet die Straftat aus seiner eigenen Perspektive. In die Erzählung fließen Kleinstadt-Vorurteile ein, die an Homophobie grenzen, institutioneller Rassismus und die Geschichte eines Individuums, das in einer einzigen Nacht intensive Nähe und anschließenden Verrat erlebte und zur bloßen Statistik in den gestrigen Nachrichten wird. Den Mann namens Reda, einen zufälligen Liebhaber und Vergewaltiger, spielt Jan Grundman. Regie und Adaptation stammen von Tomáš Loužný, Dramaturgie von David Košťák, Bühnenbild von Petr Vítek, Kostüme von Martin Chocholoušek und Live-Musik von Ivo Sedláček. Die Inszenierung spielt im Studio des Švandovo-Theaters und dauert 95 Minuten ohne Pause. Die Inszenierung enthält Gewaltszenen und sexuelle Anspielungen; empfohlen für Zuschauer ab 15 Jahren.