Uranové legendy (2026)
- Genre: Dokumentarfilm
- Land: Tschechien
- Laufzeit: 78 Min.
Nordböhmen wird nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Landschaft radikaler Umwandlung. Aus ehemals idyllischer Peripherie zwischen Stráž pod Ralskem und Hamr wächst ein Zentrum der Schwerindustrie, Experimente und militärischer Geheimhaltung heran. Die Entdeckung eines der größten Uranlagerstätten in der Tschechoslowakei in den 1960er Jahren löst ein neues Uranfieber aus und gebiert das nordböhmische Klondike. In die Region kommen Tausende von Menschen auf der Suche nach Geld, Arbeit und einer neuen Identität. Der Bergarbeiter wird zum Helden, Uran zum Symbol des „Friedens", während die gesamte Förderung in die Sowjetunion fließt. Es entstehen neue Siedlungen, Schächte und Chemiebetriebe, und die lokale Gesellschaft spaltet sich in Alteingesessene und privilegierte Uranelit auf. Unter der Oberfläche wird jedoch ein hoher Preis bezahlt – Bestrahlungsrisiken, extreme Arbeitsbedingungen und umfangreiche Umweltschäden. Der chemische Bergbau verändert die Landschaft für Jahrzehnte. Mit dem Ende des Kalten Krieges kommt ein plötzlicher Rückgang, und verlassene Gruben ersetzen frühere Wohlstandsversprechungen. Menschen, die hier ihre Gesundheit und Träume ließen, bleiben mit unbeantworteten Fragen zurück. Der Film erzählt diese Geschichte durch persönliche Berichte von Zeitzeugen und Experten. Er urteilt nicht, sondern enthüllt eine Vergangenheit, deren Folgen bis heute zu spüren sind. In einer Zeit wieder auflebender Atomdrohungen gewinnt die Geschichte des tschechischen Urans eine eiskalte Aktualität.
- Regie: Jan Dufek
Mehr auf: ČSFD
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